Das ABC der Zeitarbeit

Arbeitsvertrag

Mit dem Arbeitnehmer wird ein regulärer schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen. Das Zeitarbeitsunternehmen übernimmt dabei die üblichen Arbeitgeberpflichten, z. B. Lohnzahlung, Sozialabgaben, Entgeltfortzahlung bei Krankheit und Urlaub.Bei Vertragsabschluss ist das "Merkblatt für Leiharbeitnehmer" der Bundesagentur für Arbeit über die wichtigen Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes auszuhändigen. 

Arbeitnehmerentsendegesetz

Das Arbeitnehmerentsendegesetz ermöglicht die allgemein verbindliche Definition von Mindestarbeitsbedingungen in den Branchen, die grenzüberschreitend tätig sind und dann für In-, wie für Ausländer gleichermaßen gelten. 

Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis

Das Vorliegen einer Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis ist in Deutschland Voraussetzung für das Betreiben der Arbeitnehmerüberlassung. Die Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis wird zunächst für ein Jahr befristet erlassen und kann dann jeweils auf Antrag zweimal für ein weiteres Jahr verlängert werden. Danach wird sie in der Regel unbefristet erlassen. Die Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis wird von den Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit erteilt. 

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) 

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) regelt den Ablauf und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Zeitarbeit in Deutschland. Arbeitsvermittlung Im August 1994 ist das Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit gefallen. Im Anschluss daran haben immer mehr auf Personaldienstleistung spezialisierte Unternehmen auch diese Leistung in ihr Portfolio aufgenommen. Dies fällt ihnen umso leichter, da die reine Arbeitsvermittlung (auch: Personalvermittlung) im Ergebnis ein Bestandteil bzw. Arbeitsschritt der Zeitarbeit ist. 

Arbeitszeitkonto 

Auf das Arbeitszeitkonto fließen die erarbeiteten Stunden, die über die monatliche Arbeitszeit hinausgehen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können in bestimmten Grenzen (2 Tage pro Monat; Grenzen: - 21/+150 Stunden) Freizeit anordnen bzw. Freizeit beantragen, mit der Folge, dass dem Arbeitnehmer für den angeordneten/beantragten Freizeitausgleich die entsprechende Zahl der auf dem Konto befindlicher Stunden ausgezahlt wird. Der Guthabenstand auf dem Arbeitszeitkonto reduziert sich um die entnommene Stundenzahl. Für den Arbeitgeber ist das Arbeitszeitkonto ein wichtiges Instrument, um bezahlte Nichteinsatzzeiten zu verhindern. Der Arbeitnehmer kann sich auf diese Weise zusätzliche bezahlte freie Tage verschaffen, ohne das Urlaubskonto angreifen zu müssen.

Auftragsspitzen 

Zeitarbeit dient der Wirtschaft zum Abfedern von Auftragsspitzen. In diesen Fällen verzichten Unternehmen auf Überstunden und arbeiten die zeitweise auftretenden Nachfrage-Erhöhungen durch flexibles Personal ab. In den allermeisten Fällen geschieht der Einsatz von Zeitarbeitnehmern zusätzlich, wie eine CIETT-Studie von 2002 belegt: Auf die Frage nach Alternativen zur Zeitarbeit nannten die befragten Kundenunternehmen interne Flexibilitätslösungen ohne Neueinstellungen/ Überstunden (38 %), externe Flexibilitätslösungen ohne Neueinstellungen/ Outsourcing (31 %), Arbeit wäre nicht erledigt worden (17 %). Feste Neueinstellungen wären nur zu 14 % eine Alternative für die Unternehmen gewesen. In 86 % der Fälle ist Zeitarbeit also zusätzliche Arbeit.

Bauhauptgewerbe 

Zeitarbeit im Bauhauptgewerbe ist nicht zulässig, es sei denn, allgemeinverbindlich erklärte Tarifverträge, die diese Betriebe erfassen, gestatten dies. Somit würde eine Einigung zwischen Arbeitgebern und IG Bau das Verbot außer Kraft setzen. Die IG Bau mauert jedoch. Dies ist neben dem Werksver5 kehr die einzige gesetzliche Restriktion, was die Einsatzmöglichkeiten angeht. Seit 1982 gilt das Verbot gewerbsmäßiger Arbeitnehmerüberlassung in Betriebe des Baugewerbes für Arbeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden. Immerhin bewegen sich die aktuellen Regelungen am Rande der Inländerdiskriminierung: So darf eine Baufirma aus dem europäischen Wirtschaftsraum gewerbsmäßig Arbeitnehmer nach Deutschland in das Bauhauptgewerbe überlassen, wenn sie nachweislich seit mindestens drei Jahren Tätigkeiten ausübt, die unter den Geltungsbereich derselben Rahmen- und Sozialkassentarifverträge fallen oder fallen würden, von denen der Betrieb des Entleihers erfasst wird. Der Nachweis hierüber kann durch Vorlage einer Bestätigung der jeweils zuständigen Einzugsstelle für die Sozialkassenbeiträge des Herkunftslandes erfolgen.

Bewerbermanagement 

Zeitarbeit bietet neben den klassischen Funktionen der Arbeitnehmerüberlassung in Motivation des Abbaus von Auftragsspitzen auch den Effekt des Nutzens als Bewerbermanagement. Hier kann sich das Kundenunternehmen einen Zeitarbeitnehmer für eine ganz konkret zu besetzendes Stelle vermitteln lassen und über Zeitarbeit einsetzen. Bei positiver Resonanz kann das Unternehmen diesen Zeitarbeitnehmer dann übernehmen, oder aber es gibt ihn zurück und lässt sich einen weiteren Arbeitnehmer schicken. In jedem Fall spart sich das Kundenunternehmen hierbei die Ausschreibungs- und Sichtungskosten. 

Direktionsrecht 

Zur Erfüllung seiner Aufgaben im Kundenbetrieb unterliegt der Zeitarbeitnehmer einem Direktionsrecht (auch: Weisungsrecht) des Kundenbetriebes, von dem im Wesentlichen Art und Form der Arbeitsinhalte sowie Ort und Zeit der Erbringung erfasst sind. Arbeits- und sozialrechtlich ist der Zeitarbeitnehmer jedoch nach wie vor dem Zeitarbeitsunternehmen zugeordnet. 

Disposition 

Als Disposition wird das Koordinieren und Zusammenbringen von Zeitarbeitnehmern und Einsätzen bezeichnet. 

Erlaubnisurkunde 

Liegt eine Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung vor, so wird diese in Form einer Erlaubnisurkunde dokumentiert. Das Datum der Erlaubniserteilung und die erteilende Erlaubnisbehörde müssen in den Arbeitsvertrag übernommen werden. In der Regel hängt die Erlaubnisurkunde in den Büroräumen des Zeitarbeitsunternehmens aus.

Erster Arbeitsmarkt

Zeitarbeit ist ein Bestandteil des ersten Arbeitsmarktes, da es sich hierbei um eine reguläre Beschäftigung handelt, also Stellen, die völlig ohne staatliche Unterstützung aus den wirtschaftlichen Tätigkeiten der jeweiligen Unternehmen finanziert werden, oder auf vergleichbarer Basis im öffentlichen Dienst geschaffen worden sind. Die Stellen in den Personal-Service-Agenturen (PSA) hingegen gehören zum zweiten Arbeitsmarkt, da sie staatlicherseits subventioniert werden. 

Klebe-Effekt 

Als Klebe-Effekt wird die Übernahme von Zeitarbeitnehmern in den Kundenbetrieb beschrieben. Nach Branchenerfahrungen liegt dieser Wert bei einem Drittel. Das heißt, dass statistisch gesehen jeder dritte Zeitarbeitnehmer aufgrund seiner Tätigkeit vom Kundenbetrieb abgeworben wird. Dieser arbeitsmarktpolitische Effekt blieb auch der Politik nicht verborgen und sie versuchte sich diesen u.a. durch die Einrichtung der Personal-Service-Agenturen (PSA) zu Nutze zu machen. Diverse Konstruktionsmängel verhinderten jedoch, dass sich die PSA zu einem ähnlichen Erfolgsmodell wie die private Zeitarbeit entwickelten. Die Branche weist jedoch immer wieder darauf hin, dass arbeitsmarktpolitische Effekte ein positiver Nebeneffekt der Zeitarbeit sein könne, aber nicht ihre Hauptaufgabe darstellt. 

Personaldisponent 

Der Personaldisponent ist Ansprechpartner für Kunden von Vorgesetzter für die Zeitarbeitnehmer. Er koordiniert Anfragen, Einsätze und Anstellungen. Der Personaldisponent gehört zum internen Personal. 

Personalvermittlung 

Im August 1994 ist das Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit gefallen. Im Anschluss daran haben immer mehr auf Personaldienstleistung spezialisierte Unternehmen auch diese Leistung in ihr Portfolio aufgenommen. Dies fällt ihnen umso leichter, da die reine Personalvermittlung im Ergebnis ein Bestandteil bzw. Arbeitsschritt der Zeitarbeit ist. 

Qualifiziertes Personal

Etwa 70 % der Zeitarbeitnehmer sind nicht im Helferbereich sondern in Berufsfeldern eingesetzt, die eine Qualifizierung erfordern. Qualifiziertes Personal und hier insbesondere Facharbeiter werden verstärkt auch von den Zeitarbeitsunternehmen gesucht. Der Trend der Zeitarbeit entwickelt sich hin zu immer qualifizierteren Berufsfeldern. 

Tariföffnungsklausel 

Für Zeitarbeitnehmer in Deutschland gilt grundsätzlich equal payment. Hiervon kann nur abgewichen werden, wenn ein eigens für die Zeitarbeit abgeschlossener Tarifvertrag zur Anwendung kommt. Diese Möglichkeit nennt sich Tariföffnungsklausel. 

Überlassungsdauer 

Die Überlassungsdauer beschreibt die Dauer des Einsatzes eines Zeitarbeitnehmers beim Kundenbetrieb. Der Gesetzgeber hat die Überlassungsdauer zunächst beschränkt („maximale Überlassungsdauer“). 1985 wurde die maximale Überlassungsdauer von drei auf fünf Monate hoch gesetzt, 1994 von sechs auf neun Monate, 1997 von neun auf zwölf Monate, 2002 von zwölf auf 24 Monate und 2004 wurde die Höchstgrenze komplett aufgehoben. Somit steht einer unbefristeten Überlassung eines Zeitarbeitnehmers in einen Kundenbetrieb nichts mehr entgegen. 

Verleihfreie Zeit 

Die verleihfreie Zeit beschreibt die Zeiten, in denen der Zeitarbeitnehmer keinen Einsatz vom Zeitarbeitsunternehmen zugewiesen bekommen kann. Er bekommt in dieser Zeit sein Gehalt inklusive aller Sozialleistungen weiter ausbezahlt. Das Weiterbeschäftigungsrisiko liegt beim Zeitarbeitsunternehmen. 

Verrechnungssatz 

Der Verrechnungssatz ist vom Kundenunternehmen an das Zeitarbeitsunternehmen für den Einsatz des Zeitarbeitnehmers zu entrichten. 

Weisungsrecht 

Zur Erfüllung seiner Aufgaben im Kundenbetrieb unterliegt der Zeitarbeitnehmer einem Weisungsrecht des Kundenbetriebes, von dem im Wesentlichen Art und Form der Arbeitsinhalte sowie Ort und Zeit der Erbringung erfasst sind. Arbeits- und sozialrechtlich ist der Zeitarbeitnehmer jedoch nach wie vor dem Zeitarbeitsunternehmen zugeordnet. 

Weiterbeschäftigungsrisiko 

Als Weiterbeschäftigungsrisiko wird das Risiko beschrieben, für einen Zeitarbeitnehmer nach seinem erfolgten Einsatz eine Anschlussbeschäftigung zu finden. Wird diese nicht gefunden, verdient der Zeitarbeitnehmer weiterhin sein Geld, das Zeitarbeitsunternehmen nimmt jedoch mit ihm in der verleihfreien Zeit kein Geld ein.

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